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Suche nach Inspiration. Mars, Eifel Februar 2006Wenn man sich gängige Musik-Star-Such-Formate im Fernsehen anschaut, gewinnt man den Eindruck, dass das Berufsbild eines Musikkünstlers auf gutes Singen, Tanzen, Aussehen, harte Presse- und Bühnenarbeit beschränkt ist. Woher aber kommen denn die Lieder, die diese jungen Menschen so engagiert singen ? Die tatsächliche Kernaufgabe eines Musikers ist es, Texte, Melodien und Inhalte zu kreieren, die neue und alte Themen aufgreifen und die Hörer berühren. Das ist viel viel schwieriger als alles andere. Davon spricht in der Öffentlichkeit keiner. Wie bekommt man eigentlich Ideen ? Durch scharfes Nachdenken ? Durch Auf-dem-Flügel-klimpern-bei-Kerzenschein ? Unsere erste gemeinsame Ideen-Such-Session beginnt auf dem Mars, dem Thomas-D-Künstler-Treff in der fernen Eifel. Fern der Heimat und fern von den grossen Linien des Popmusikgeschäftes. Wir sitzen also ratlos am Tisch und denken scharf nach. Wir leben ja alle in verschiedenen Städten und haben eigene Leben und natürlich auch eigene Vorstellungen von künftigen Songs und selbstverständlich ganz eigene individuelle Ängste; also erzählen uns wir erstmal gegenseitig sehr viel aus unseren Lebensumständen und dadurch kommen wir dann ganz automatisch zu den großen Albumfragen. Für wen ist so ein Album denn überhaupt ? Haben wir denjenigen etwas zu sagen ? Was würden wir denn ganz gerne hören ? Was gefällt uns noch von den alten Alben ? Was nicht mehr und was muß sich ändern ? Hat schon jemand die eine oder andere grobe Sound- oder Textidee ? Welches Gefühl beschreibt die eigene Gefühlslage momentan am besten ? Welches Gefühl könnte ein künftiges Album rüberbringen ? Einig sind wir bei der Äußerung: Das neue Album muß abgehen, vorwärts, druckvoll sein. Schluß mit obersoftem Balladen-Sommerregen-Schnulzen. Yeah ! Ich persönlich fand es auch damals in der Schule immer schwierig, wenn es im Kunstunterricht hieß "hier ist ein weißes Blatt: malt einfach was ihr wollt". Die richtige Reaktion wäre, ich male nichts, denn dann kann ich jetzt schon aufhören und mit einem Mädchen ein Spagetthi-Eis zu mir nehmen. Jetzt ist aber nicht Kunstunterricht. Ideen MÜSSEN kommen, sonst gibts kein Album und den ganzen Tag Spagetthieis ist leider auch kein schönes Leben. Es ist dieser kreative Druck, der Drogen und Kunst so dicht zueinander drängt. Ich apelliere an die Immendorf-Gegner seiner Koks-Affäre: Lasst dem Künstler seine Drogen, denn er nimmt sie für uns alle. Also her mit dem Champagner und dann zack ab in die Ideenmaschine von Thomas D. Der hat einen alten großen Waschzuber auf die Wiese gestellt. Bei klirrender Kälte wird ein Holzfeuer unter der Metallwanne angefacht. Damit wir die verschneite stürmische Nacht ohne Erkältung überstehen, haben wir uns wärmende Turbane aufgesetzt. Champagnerschlürfen und Zigaretten bis um halb vier in die Nacht. So richtig eine gute Idee ist dabei aber leider nicht rausgekommen. Aber die Band hat sich durch dieses Ritual wieder gefunden. |
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