Inspirationssommer, Inselhopping und Golftexten mit Che Juni/Juli 2006

Der Sommer war voller Freizeitstreß. Fußballweltmeisterschaft und Hochzeiten der Herren Beck und Schmidt. Zwischendrin viele teilweise hysterische Versuche, sich Inspiration zu erschleichen. Hier ein Überblick:


Thomas und ich haben zum Äußersten gegriffen um Inspiration und Ideen zu sammeln: Nach einem kleinen Auftritt in Augsburg fliegen wir für ein paar Tage auf die Nordseeinsel Juist. mit ersten Hausaufgaben im Textbuch.


Die Insel ist autofrei, also geht es mit dem Pferdetaxi in die Stadt. Die Kutscherin erkennt uns und sendet eine Sms an alle ihre Inselfreunde. In der ersten Fußball-Kneipe des Tages bekommen wir sogleich einen Tisch zugewiesen mit einem Deckel, der ordentlich mit „Thomas und Smudo“ beschriftet ist. Es ist toll, trotz ohne Album, jedenfalls hier am Rande von Deutschland immer noch mehr oder weniger aktuell zu sein. Thomas hat sich auch eine frische neue Kamera gekauft. Da er auf dem Land lebt, hat er sich gegen Landschafts- aber für Tierfotografie entschieden. Hier knipst er die Insel-Müllabfuhr. Die abgebildeten Huftiere haben pro Pferd mehr als ein PS. Erstaunlich.

 


Das Hotelzimmer. Hier haben wir die Hauptzeit der Juister Schreibsessions verbracht. Laptop in der Ecke zum Musikhören und Texte sammeln und Blick aufs Meer. Einziger Höhepunkt jeden Tages war der Ausflug zum WM-Kick gucken. Klassische Schreibsituation. Champagner auf dem Tisch und grübelnd über den Seiten hängen  Oder eben wie der Herr D in den Seilen hängend. So richtig zu einem Song haben wir es leider nicht gebracht, aber immerhin haben wir eine grobe Richtung für ein Lied gefunden, was diese noch nicht hatte und einen Refrain, von dem wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass aus ihm ein ganzes Stück werden wird; vielleicht sogar die zweite Single (!)


Ich hatte vor vielen Jahren mal eine halbe Strophe von "Le Smou" in einem Strandkorb geschrieben. Diesmal hats nicht geholfen. Hotelzimmerflucht und die Tierfotografie trieb uns zu solchen kurzen Spaziergängen. Nach drei Tagen Juist wieder zack weg mit der Kutsche zum Flugplatz und nach Hamburg. Dort stieg Thomas dann um in den Flieger nach Hause.


Wenn sich in meiner Heimatstadt Hamburg die Gelegenheit eröffnet, nicht in der gewohnten Kaffeekneipe zu schreiben, dann sieht das z.B. so aus: Im Gartenhäuschen eines Freundes erstmal Tischtennis spielen und dann im Che-Guevara-Style ins Büchlein neue Rap-Parolen kritzeln. Hier entstehen erste Ideen zu einem Smudo-Dance-Song in dem auch die Liebe eine Rolle spielt....und das Ego und Menno, fällt leider sehr schwer. Ist noch nicht fertig (Stand Dez 06). Einmal habe ich auf der sehr doofen Seite von Promisichtung.de von jemandem gelesen, der mich in meinem Schreib-Café beim Texten beobachtete und tatsächlich dachte, ich würde dort Texte auswendig-lernen. Jaja, so doof ist die Welt. Die kommen gar nicht auf die Idee, daß Texte auch mal erfunden werden bevor sie auswendig gelernt werden könnten. Auswendig muß sie allerdings nur jemand lernen, der sie selbst nicht erfunden hat. Aber welcher schlaue Mensch von Welt geht auch schon zu Promisichtung oder den ähnlich schlimmen Höflichen Paparazzi ?


Michi und ich verbinden natürlich unser neues Hobby mit den alten Pflichten. Golftexten im Allgäu. Begrüßung im Hotel mit Weizenbier. Morgens früh auf den Platz und abends über das Textbuch. Hier haben wir die Juister Refrainidee von Thomas und mir weiterentwickelt. Die beste Zeile des fertigen Liedes ist uns genau hier auf dem Balkon eingefallen. Wenns ein Hit wird, hat es sich schon gelohnt.


Wenn einer fragen würde, wer dafür ist, daß das linke Bild hier Michis neue Autogrammkarte werden soll, würde ich ohne zögern die Hand heben. Hier endet mein Ausflug in die Inspirationsausflüge. Neben verschlagenen Bällen wurde die Muße im Sommer gesucht und auch stellenweise gefunden. Es wird Zeit an das tatsächliche Produzieren heranzugehen, also Aufnehmen und Beats basteln.


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